Die großartige Sonderausgabe der Visions zum Musikjahr 1994 im Sommer dieses Jahres und die zahlreichen Abschieds- und Jubiläumstouren haben bei mir eine langanhaltende Nostalgie-Phase ausgelöst, in der ich hauptsächlich Musik aus meiner Jugend gehört habe. Daher gab es für mich in diesem Jahr auch gar nicht so viele Neuentdeckungen. Für eine knappe Liste der Alben des Jahres 2024 reicht es dann aber doch noch – hier meine Top 5 der Alben des Jahres 2024 (sowie die Longlist):
VÖ: 10. Mai 2024

Okay, ganz ehrlich: Normalerweise sollte das Album nicht auf einer Bestenliste stehen – es ist solide, aber sicher nicht herausragend. Aber Hot Water Music ist vermutlich die Band, die mich schon am längsten - und vor allem ununterbrochen – begleitet. Seitdem ich 2002 zum ersten Mal die Platte „Caution" gehört habe, hat mich die Band nie wieder losgelassen. Die dreißigjährige Jubiläumstour in diesem Jahr war grandios, und irgendwie hoffe ich einfach, dass die Band noch eine Weile weitermacht. Auch wenn dabei “nur” so gute Alben rauskommen wie “Vows”.
VÖ: 19. April 2024

Ich muss gestehen: Ich habe DVNE erst mit diesem Album wirklich wahrgenommen - die Band ist meine Neuentdeckung des Jahres! Das Album ist eine grandiose Verschmelzung von Sludge, Prog und Post Metal - denn für mich klingt es so, als ob sich The Ocean und Tool gemeinsam ins Studio begeben hätten. DVNE verbinden hier anspruchsvolle musikalische Strukturen mit eingängigen Melodien und smarten Tempo- und Harmoniewechseln - ein rundum gelungenes Album! Und: Es hat mich dazu gebracht, mich nach ~20 Jahren mal wieder mit “Dune” von Frank Herbert zu beschäftigen.
VÖ: 22. November 2024

Wenn eine der absoluten Lieblingsbands nach vielen Jahren wieder eine neue Scheibe rausbringt, dann vermischt sich bei mir Vorfreude mit der Angst, das Album könnte komplett Grütze sein. So auch bei Opeth mit einem Konzeptalbum über ein nach dem Ersten Weltkrieg eröffnetes Testament. Erster Eindruck: “Uff, sperrig.” Definitiv keine leichte Kost. Nach einigen Durchläufen wird klar: Opeth machen Opeth-Sachen: Eine extrem vielseitige Platte mit ständigen Stilwechseln und kaum in sich geschlossenen Songs - und wie immer: musikalisch brillant! Das Album braucht allerdings vermutlich noch etwas Zeit… 🙂
VÖ: 12. April 2024

Man könnte kritisch einwenden, dass es sich hier um ein ziemlich typisches Post-Rock-Album handelt - keine Innovationen, alles schon mal dagewesen. Genausogut könnte man sagen, dass Sleepmakeswaves (mal wieder) ein perfektes Post-Rock-Album abgeliefert haben - da ist alles drin, was dieses Genre so großartig macht. Ich bin irgendwo dazwischen: Ich würde mir auch etwas mehr Bewegung in dem Genre wünschen und ja, die Songs sind etwas berechenbar. Trotzdem hat mich das Album sofort in seinen Bann gezogen. Es ist für mich nicht mehr (aber eben auch nicht weniger) als ein richtig gutes Stück Musik.
VÖ: 8. November 2024

Auch Tides From Nebula bleiben den typischen Post-Rock-Elementen meistens treu, experimentieren aber mit verschiedenen Stilen und verbinden geschickt elektronische Elemente mit kraftvollen Gitarrensounds und präzisen Drums. Das Album vereint alle Stärken von Tides From Nebula - von hymnischen Riffs bis zur mitreißenden Atmosphäre. Das Album schafft eine Balance zwischen atmosphärischen Momenten und rockiger Energie - braucht aber zugegebenermaßen etwas Zeit.
Diese Alben aus 2024 haben es sozusagen in die engere Auswahl geschafft und sind allesamt auch ‘mal ein Ohr Wert: